Hat Gott Kinder?

In der Bibel steht an vielen Stellen, daß Jesus der Sohn Gottes ist. Aber was ist damit gemeint?
Oder hat er vielleicht mehrere Söhne? Was lässt uns wissen ob er vielleicht nicht auch Töchter hat? Schließlich könnte er eine ganze Reihe von „Kindern“ haben.
Nimmt man die Verse der Bibel wörtlich hat Gott sogar mehrere Kinder:

“Da sahen die Kinder Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie schön waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten.”

[1. Mose 6,2]

Was bedeutet “Sohn Gottes”?

Zu klären ist, was mit Ausdrücken wie „Sohn Gottes“ bzw. „Kinder Gottes“ in der Bibel gemeint ist. Um das zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, in welchem Kulturkreis und in welcher Sprache die Verse offenbart worden sind.

Die Muttersprache von Jesus war Aramäisch. Die von Moses Hebräisch. Beide waren also Semiten.

Im semitischen Sprachgebrauch verwendet man den metaphorischen Ausdruck „Sohn Gottes“ oder „Kind Gottes“ als eine Bezeichnung für jeden gläubigen und gottesfürchtigen Menschen. [1]

Als anderes Beispiel wird bei den Semiten mit der metaphorischen Bezeichnung „Sohn des Weges“ ein Reisender bzw. Wanderer zum Ausdruck gebracht. Deshalb findet man in der Bibel an mehreren Stellen metaphorische Ausdrücke wie „Sohn Gottes“ oder „Kinder Gottes“.

Es stellt sich die Frage, warum im heutigen Christentum Jesus als der vermeintliche Sohn Gottes gesehen wird.
Die Antwort darauf erhält man, wenn man sich mit der Geschichte des Christentums beschäftigt.

Weshalb Jesus zum Sohn Gottes erklärt wurde

Jesus lebte damals in einem Land, welches von den Römern, um präzise zu sein, von den Oströmern (späteres Byzanz) besetzt war.
Nicht ein einziges der Bücher des Neuen Testaments liegt im Original in der Muttersprache von Jesus, nämlich Aramäisch, vor.

Alle Originale die uns vorliegen sind in Griechisch. Warum Griechisch?
Aramäisch oder Hebräisch sind doch die Sprachen, die in Palästinagesprochen wurden.
Das ist auch richtig. Das Volk hatte diese Sprachen gesprochen. Jedoch unterlag Palästina dem Römischen Reich und Latein war die Sprache Roms.
Diese Sprache war als Amtssprache im gesamten Reich verbreitet.

Im hellenistisch geprägten Osten des Reiches und in Ägypten hingegen war das Altgriechische ebenfalls Amtssprache und galt im gesamten Reich als Bildungssprache.

Die griechischsprachigen Oströmer haben später die Texte vom semitischen Kulturkreis in ihren griechischsprachigen Kulturkreis übertragen.
Dabei haben sie metaphorische Ausdrücke wie „Sohn Gottes“ wortwörtlich übersetzt.
Die Tatsache, dass die ersten Konzepte der Dreifaltigkeit erst drei Jahrhunderte nach Jesus entwickelt wurden, belegt weiterhin, dass das fehlerhafte Verständnis dieser Ausdrücke anfangs nicht gegeben war.

Hinzu kommt, dass die Religion der griechischsprachigen Oströmer zu der Zeit von Jesus eine Polytheistische war. Sie glaubten an mehrere Götter.
Somit passte es sehr gut zu ihrer damaligen Glaubenswelt, dass Gott noch einen Sohn hatte, den sie anbeten konnten.

Eine monotheistische Religion, wie die Religion der verfolgten Juden, wäre in ihrem polytheistisch geprägten Kulturkreis unvorstellbar gewesen.

Es stellt sich die Frage, ob Gott, der Schöpfer von Allem, dem alles gehört, überhaupt Kinder benötigt.
Kinder, also Söhne und Töchter, sind etwas, was wir Menschen benötigen, da wir unvollkommen sind. Wir Menschen werden eines Tages sterben – und benötigen Kinder als Nachfolger.

Nach allgemeinem Verständnis ist Gott unsterblich. Warum sollte er also Kinder benötigen?

Die Römer und die Griechen (Oströmer) nahmen sich damals auch Menschen, als Beispiel ihre Kaiser, zu Göttern, die menschliche Attribute und Kinder hatten. Um das Christentum als Römische Staatsreligion durchsetzen zu können, mussten Anpassungen vorgenommen werden, um den Glaubensvorstellungen des Volkes zu entsprechen.

Nur in einem Kulturkreis, in dem zuvor Menschen zu Göttern deklariert worden sind, konnte sich eine Vorstellung entwickeln, dass Gott einen menschlichen Sohn hat.

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